PRESSE – GRUSSWORT
Grußwort für die Gründung der Aktion Autokindersitz auf der Messe „Kind und Jugend 2007“ in Köln
Bei jeglicher Art von Mobilität muss Sicherheit das oberste Gebot sein. Alle wichtigen Ziele, die Mobilität heute hat, wie Wachstum und Beschäftigung, aber auch ein hohes Maß an Unabhängigkeit und Freiheit für den Einzelnen müssen immer zuvorderst den Aspekt der Sicherheit berücksichtigen. Insbesondere Kinder und Jugendliche bedürfen als schwächste Verkehrsteilnehmer unseres besonderen Schutzes.
Ich begrüße daher die AKTION AUTOKINDERSITZ im Rahmen der Messe Kind + Jugend 2007, da sie diesen wichtigen Teil der Verkehrssicherheit in den Vordergrund stellt. Auch wenn die Zahlen der Verkehrstoten seit Jahren rückläufig sind, sind sie immer noch deutlich zu hoch. 2006 starben in Deutschland 136 Kinder bis zu 14 Jahren im Straßenverkehr, 52 davon im Auto.
Leider ist immer wieder zu beobachten, dass Eltern ihre Kinder nicht oder nur unzureichend im Auto sichern. Eine Studie der Bundesanstalt für Straßenwesen belegt, dass noch in über 60 Prozent der Fälle die Kinder fehlerhaft gesichert werden. Dadurch wird die angestrebte Schutzwirkung der Kindersitze zum Teil erheblich reduziert. Die Eltern, aber auch die Hersteller von Kinderrück-haltesystemen, der Handel und die Politik müssen ihrer Verantwortung für die Sicherheit der Kinder gerecht werden.
In den letzten Jahren wurden dabei weit reichende Verbesserungen erzielt. Insbesondere einheitliche europäische Regelungen mit höheren sicherheitstechnischen Standards und leichterer Handhabung sind hier zu erwähnen.
Nicht nur die Herstellung, auch die Nutzung von Kinderrückhaltesystemen ist durch eine EG-Richtlinie geregelt, die auch in deutsches Recht übernommen wurde. Ab 8. April 2008 dürfen deshalb nur noch Kinderrückhalteeinrichtungen von den Eltern benutzt werden, die nach den aktuellen Vorschriften genehmigt sind. Die Kindersitze müssen mit einer entsprechenden dauerhaften Kennzeichnung versehen sein. Dies ist ein wichtiger Schritt hin zu mehr Sicherheit für Kinder im Straßenverkehr.
Zu einer optimalen Sicherung der Kinder im Auto gehören aber auch der korrekte Einbau und die richtige Anwendung der Rückhaltesysteme. Hier ist zunächst der Hersteller gefordert, den Einbau so einfach wie möglich zu gestalten und eine klare und verständliche Einbauanleitung mitzuliefern. Auch der Fachhandel kann einen entscheidenden Beitrag leisten, indem er seine Kunden fachgerecht berät und den korrekten Einbau des Kindersitzes Schritt für Schritt erläutert. Die heute gegründete AKTION AUTOKINDERSITZ ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Ich bedanke mich an dieser Stelle ausdrücklich für diese Initiative der Wirtschaft.
Ich möchte an alle Eltern appellieren, das hervorragende Angebot der Hersteller und Anbieter von Kinderrückhaltesystemen in Anspruch zu nehmen und sich beim Kauf und beim Einbau der Kindersitze kompetent beraten zu lassen. Wichtig sind hier die Auswahl eines für die Körpergröße bzw. das Gewicht des Kindes geeigneten Sitzes und die korrekte Befestigung im Auto. Wenn dann das Kind bei jeder Fahrt, und sei sie noch so kurz, ordnungsgemäß angeschnallt wird, dann haben alle Beteiligte wirklich das Bestmögliche für die Sicherheit der Kinder im Auto getan.

Wolfgang Tiefensee
Bundesminister für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung
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